Vögel beobachten und Vögel bestimmen am Futterplatz Teil 1

Mit Hilfe unserer Vogelkunde können Sie 60 der bekanntesten Kleinvogelarten unserer Breiten bestimmen lernen


Die Vogelnamen sind alphabetisch sortiert. Sie erhalten in den Steckbriefen wichtige und interessante Informationen zur entsprechenden Vogelart.


Amsel

(Turdus merola)

Länge:  24 – 29 cm
Bestand in Deutschland:  ca 7 7000 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter:  21 Jahre
Brutzeit und Gelege:  13 Tage; 4 – 6 Eier; oft zwei Bruten

Wussten Sie,
dass die Amsel zu Schwedens Nationalvogel gewählt wurde? Ohne Zweifel gehört sie zu den bekanntesten und beliebtesten Vögeln. Anfangs nur ein scheuer Waldvogel, hielt sie im Laufe des 20. Jahrhunderts mehr und mehr Einzug in unsere Parks und Gärten. Sie hat ihre Scheu überwunden und kommt im Winter gern und pickt an ausgelegtem Futter. Nach einem altem schwedischem Volksglauben ist ein Wetterumschlag zu erwarten, wenn man im Winter eine Amsel erblickt.

Aussehen
Ein kräftiger Vogel mit langem Schwanz. Das Männchen ist sehr leicht an seiner schwarzen Tracht, seinem gelben Schnabel und dem gelben Augenring zu erkennen. Das Weibchen dagegen ist dunkelbraun mit hellerer Kehle und einem braunen Augenring. Wenn die Amsel sich auf dem Bode fortbewegt, hüpft sie mit beiden Füßen gleichzeitig.

Ruf und Gesang
Der Gesang der Amsel ist melodiös und voller Variationen, häufig zu hören und daher vielen Menschen bekannt. Sie ist, wie der Star, bekannt für Imiationen. So ahmt sie u. a. die Laute von Meisen, Stieglitzen, Schwarzspechten und Grünfinken nach. Einige Amseln können auch menschliche Laute imitieren. Die Amsel ist einer der ersten Singvögel, die man morgens im Frühling hören kann.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Die Amsel ist einer der Gäste am Futtertisch. Sie ernährt sich im Sommer vor allem von Regenwürmern, Schnecken und Insekten, im Herbst auch von Pilzen, Beeren und Früchten. Ihre Nahrung findet sie überwiegend auf dem Boden. Ist dieser jedoch im Winter von Schnee bedeckt, findet sie ihren Weg zum Futtertisch, wenn dort Früchte oder getrocknete Beeren angeboten werden.

Nest und Nistkasten
Das Nest, das ausschließlich vom Weibchen gebaut wird, wird in der Regel auf einer festen Unterlage gut versteckt in undurchdringlicher Bodenvegetation oder dichten Hecken in Bodennähe errichtet. Es wird aus Zweigen gebaut, gemischt mit feuchter Erde, groben Halmen, Wurzeln und Moos


Bachstelze

(Motacilla alba)

Länge:  18 cm
Hauptbrutzeit: April bis August
Bestand in Deutschland:  ca 700 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter:  10 Jahre
Brutzeit und Gelege:  12 – 13 Tage; 5 – 6 Eier; oft zwei Bruten

Wussten Sie,
dass die Bachstelze zu uns kommt, wenn die Schneeschmelze beendet ist und die Eisschmelze beginnt? Sie kümmert sich wenig um die Witterung und erscheint jedes Jahr mit erstaunlicher Pünktlichkeit in ihrem Heimatgebiet. An einem Tag Ende März oder Anfang April, abhängig von der geografischen Lage. Die Bachstelze begibt sich allein auf Futtersuche, aber während des Zugs treten diese Vögel auch in kleineren Trupps auf. Sie übernachten oft gemeinsam an bestimmten Schlafplätzen, so dass man sie in den Abendstunden gelegentlich scharenweise beobachten kann.

Aussehen
Seine Farbe wirkt aus der Ferne wie ein Eisblau. Ein auffälliger Vogel durch seinen ständig wippenden Schwanz (weswegen er im Plattdeutschen auch „Wippsteert“ genannt wird), einem weißen Gesicht und schwarzen Knopfaugen. Mit nickenden Kopfbewegungen ruft er leise vor sich her, während seine langen, streichholzdünnen Beine den Speichen eines Rades ähneln, wenn er eilig einem Insekt hinterherläuft.

Ähnlicher Vogel
Unverwechselbar! Langer Schwanz, der ständig wippende Bewegungen ausführt, auffällig schwarz-weiß gezeichnete Tracht mit schwarzem oder grauem Rücken. „Patrouilliert“ auf Rasen und Wegen. Springt mit beiden Füßen ab.

Ruf und Gesang
Variierender Ruf („ziewitt“ oder „zilipp“) und im Flug ein eher ausgeprägtes „ziwlitt“. Der Ruf ist im Gesang, einem länger anhaltenden Zwitschern, enthalten.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ernährt sich hauptsächlich von Insekten. Folgt auch gern pflügenden Traktoren, um Würmer und anderes Kleingetier aufzupicken.

Nest und Nistkasten
Das Nest wird vom Weibchen gebaut und ist an vielen verschiedenen Orten zu finden (z. B. in Baumhöhlen, Mauerspalten, Holzstapeln, unter Stalldächern). Es werden jedoch auch Nistkästen aufgesucht. Die Bachstelze wünscht sich für ihren Nistplatz nur einen gewissen Schutz von oben. Man erzählt sich die Geschichte eines Bachstelzenpaares, das für ihren Nistplatz ein Schiff wählte und ihre Brutsaison auf einer Schiffsreise nach Amerika und retour verbrachte.


Bergfink

(Fringilla montifringilla)

Länge:  14 - 16 cm
Hauptbrutzeit: Mai bis Juni
Maximales Lebensalter:  14 Jahre
Brutzeit und Gelege:  14 Tage; 5 – 7 Eier

Wussten Sie,
dass der Bergfink vor allem in den skandinavischen Birkenwäldern beheimatet ist? Er ist daher auch als „Nordfink“ bekannt. Man findet ihn vor allem in Südnorwegen, Mittelschweden und Südfinnland sowie im nördlichen und mittleren Russland. Nur in Ausnahmefällen brütet er auch in Mitteleuropa.

Aussehen
Sperlingsgroßer Fink. Im Winter sind Kopf, Nacken und Vorderrücken des Männchens bräunlich grau. Im Sommer sind diese Partien schwarz. Brust und Schulterfleck sind orange. Unterschwanz, Bauch und Hinterbrust sind weißlich. Das Weibchen ist deutlich schlichter gefärbt.

Ähnlicher Vogel
Ähnelt dem Buchfink. Dieser hat jedoch eine weiße Schwanzaußenkante.

Ruf und Gesang
Der Gesang ist ziemlich monoton und erreicht nicht das Niveau des Buchfinks. Der sehr charakteristische Ruf ist ein gequetschtes „dschäe“, der Flugruf ist kürzer und härter, etwa wie „tjek“ oder „jeg“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ist mitunter Gast am Futtertisch. Ernährt sich von Insekten und Spinnen. Im Winterhalbjahr frisst er vor allem Samen, gern Bucheckern, aber auch Sonnenblumenkerne.

Nest und Nistkasten
Der Bergfink baut sein napfförmiges Nest aus Rinden, Flechten und Wurzeln und kleidet es innen mit Federn, feinen Gräsern und Haaren aus. Das Nest wird in eine Astgabel gebaut, im Norden vornehmlich in Birken in einer Höhe von 4 – 5 Metern.


Birkenzeisig

(Acanthis flammea)

Länge:  13 cm
Hauptbrutzeit: Mai bis Juli
Bestand in Deutschland:  ca. 20 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter:  10 Jahre
Brutzeit und Gelege:  10 – 12 Tage; 4 – 6 Eier

Wussten Sie,
dass die Birkenzeisige in den alleräußersten Enden von Birkenzweigen herumklettern und -hängen, oftmals akrobatisch kopfüber? In manchen Jahren überschwemmen die Birkenzeisige beinahe das ganze Land, während sie in anderen Jahren fast völlig ausbleiben.

Aussehen
Ein kleiner graubrauner Vogel mit rotem Stirnfleck, kleinem schwarzen Fleck am Kehlkopf und tief gegabeltem Schwanz.

Ähnlicher Vogel
Der Rücken des Birkenzeisigs ist grau gestrichelt, nicht warmbraun wie beim Bluthänfling.

Ruf und Gesang
Der Lockruf ist ein schnelles „tschett-tschett-tschett“. Man hört ihn sowohl im Flug als auch aus den Bäumen. Der Gesang ist zwitschernd-trillernd.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Futtertisch. Birkensamen und andere feine Samen sind die Hauptnahrung des Birkenzeisigs, aber während des Sommers frisst er auch Insekten.

Nest und Nistkasten
Das Weibchen baut das Nest allein, je nach Vegetation auch unmittelbar über dem Boden.


Blaumeise

(Cyanistes caeruleus)

Länge:  12 cm
Hauptbrutzeit: Mai/Juni
Bestand in Deutschland: ca. 2 800 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter:  12 Jahre
Brutzeit und Gelege:  14 Tage; 8 – 16 Eier

Wussten Sie,
dass die Blaumeise ein besonders eifriger Vogel ist? Hat die Blaumeise sich für etwas entschieden, lässt sie sich nicht ohne Weiteres fort jagen. Während der Paarungszeit stellen Männchen und Weibchen ihre Federn im Scheitelbereich zu einer Haube auf. Schon vor der Paarung füttert das Männchen sein Weibchen. Damit fährt es fort, so lange das Weibchen brütet. Seit 1985 ist die Anzahl der Blaumeisen in Schweden aus noch unbekannten Gründen bedeutend angestiegen. In den letzten 30 Jahren hat sich das Brutgebiet enorm vergrößert. Gegen Ende der 90er Jahre fand man Blaumeisen in ganz Lappland und in größeren Gebieten in Norrbotten. Brütende Blaumeisenpaare fand man auch sehr weit im Inneren von Norrland und in einigen sehr abgelegenen Gebirgstälern in Lappland. Auch in Dänemark und Finnland hat sich der Bestand der Brutpaare vergrößert. 1999 wurde der Bestand in Schweden auf eine Million Paare geschätzt.

Aussehen
Recht einfach zu erkennen an ihrem blau-gelben Gefieder. Hellblaue Kopfplatte. Schmaler, schwarzer Augenstreif vom Schnabelansatz bis zum dunkelblauen Nackenband. Rücken und Schultern sind stumpf grünlich. Leuchtendgelbe Brust und Bauch. Schwarzer Längsstrich in der Mitte der Unterseite.

Ähnlicher Vogel
Kohlmeise. Die Kohlmeise ist etwas größer als die Blaumeise und hat einen schwarzen Kopf  und hat einen Kohlen schwarzen Kopf und Kragen.

Ruf und Gesang
Gesang und Rufe sind sehr unterschiedlich, aber der typische Reviergesang lautet in etwa „zizi“ oder „zizizi“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Die Blaumeise besucht im Winter sehr gern das Futterhäuschen, wenn sie dort ölreiche Samen und Brot oder leckere Meisenknödel vorfindet. Ihr Winterfutter besteht ansonsten aus Bucheckern und anderen Samen, aber auch Larven von Fliegen und Mücken spielen bei ihrer Ernährung eine Rolle.

Nest und Nistkasten
Nutzt gern einen Nistkasten. Blaumeisen gründen gern Großfamilien. Ein Gelege von bis zu 16 Eiern ist keine Seltenheit. Da die großen Gelege doch relativ viel Schmutz mit sich bringen, suchen sie sich für das zweite Gelege oft einen anderen Nistkasten. Im folgenden Jahr benutzt die Blaumeise aber gern wieder ihren „alten“ Nistkasten, wenn er sauber gemacht wurde. Brütet auch in Naturhöhlen.


Bluthänfling

(Acanthis cannabina)

Länge:  14 cm
Hauptbrutzeit: Ende April/Anfang Mai
Maximales Lebensalter:  9 Jahre
Brutzeit und Gelege:  11 – 14 Tage; 5 – 6 Eier; zwei Bruten

Wussten Sie,
dass der Bluthänfling auf Acker- und Feldkräuter als Lieferungen der Basisnahrung angewiesen ist und daher der Bestand durch die Anwendung von Herbiziden in der Landwirtschaft bedroht ist? Bei dieser Vogelart versorgt das Männchen das allein brütende Weibchen während des Brutgeschäfts mit Nahrung.

Aussehen
Der Bluthänfling ist ein kleiner Finkenvogel mit einem markanten weißen Fleck auf dem zusammengefalteten Flügel. Das erwachsene Männchen hat einen grauen Kopf mit einem roten Stirnfleck und eine rote Brust.

Ähnlicher Vogel
Der Bluthänfling unterscheidet sich vom Birkenzeisig vor allem durch seinen zimtbraunen Rücken.

Ruf und Gesang
Der Lockruf ist ein „gjä-gjä“. Der Gesang besteht aus einem schönen melodischen Zwitschern.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus feinen Samen, im Sommer aber auch aus Insekten.

Nest und Nistkasten
Den Nestbau übernimmt das Weibchen, während das Männchen dabei in Nähe sitzt und singt. Es wird gewöhnlich tief in einem Busch oder einem kleineren Baum gebaut.


Buchfink

(Fringilla coelebs)

Länge: 16 – 17 cm
Hauptbrutzeit: Mai/Juni
Bestand in Deutschland: ca. 9 000 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 14 Jahre
Brutzeit und Gelege: 12 – 14 Tage; 4 – 6 Eier; zwei Bruten

Wussten Sie,
dass der Buchfink zu den beliebtesten Vögeln gehört? In Schweden z. B. ist er neben dem Fitis (Phylloscopus trochilus) der am meisten verbreitete Vogel.

Aussehen
Das Männchen hat einen blaugrauen Oberkopf und Nacken und einen stahlblauen, kegelförmigen Schnabel; seine Unterseite ist braunrot. Das Weibchen hat eine grünlich-braune Oberseite, einen hellbraunen Schnabel und eine heller grau-braune Unterseite. Beide Vögel haben zwei auffällig weiße Flügelbinden und einen grünlichen Bürzel.

Ähnlicher Vogel
Bergfink. Vom Bergfink unterscheidet sich der Buchfink durch seine weiße Schwanzaußenkante.

Ruf und Gesang
Der Buchfink singt ab März, und zwar laut und durchdringend, etwa „zizizizjazjazoritiu-zip“. Der Lockruf ist ein lautes „pink-pink“ oder „fink-fink“, sein Flugruf ein oft wiederholtes „jüp-jüp“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Kommt manchmal an den Futtertisch. In Schweden gibt es schätzungsweise 10 Millionen Buchfinkpaare, Diese Zahl scheint seit Hunderten von Jahren mehr oder weniger unverändert geblieben zu sein. Das mag daran liegen, dass diese Art keine großen Ansprüche an ihr Brutrevier stellt. In Finnland geht man davon aus, dass der gleichbleibende Bestand seine Ursache in der Kulturlandschaft hat. Man hat dort u. a. darauf geachtet, dass Waldflächen gepflegt werden.

Nest und Nistkasten
Das schalenförmige Nest aus Moos, Flechten. Halmen und Rindenfasern wird ausschließlich vom Weibchen gebaut, meistens auf Sträuchern oder in Bäumen in 2 – 10 Meter Höhe in eine Astgabel. In den Monaten Mai/Juni werden die Eier gelegt und anschließend 12 – 14 Tage ausgebrütet. Das Buchfinkweibchen brütet zweimal im Jahr.


Buntspecht

(Dendrocopos major)

Länge: 22 – 23 cm
Hauptbrutzeit: April, Mai
Bestand in Deutschland: ca. 600 000 Brutppare
Maximales Lebensalter: 12 Jahre
Brutzeit und Gelege: 10 – 13 Tage; 4 – 7 Eier

Wussten Sie,
dass sich der Buntspecht in Jahren mit schlechten Tannenzapfenernten manchmal auf die Reise begibt, und zwar in für ihn so ungewöhnliche Gebiete wie Felder und Wiesen an der Küste? Einige Vögel verlassen sogar das Land, um bis ins südwestliche Europa zu fliegen.

Aussehen
Schwarzer Rücken mit großen weißen Schulterflecken. Grau-weiße Unterseite mit roten Unterschwanzdecken. Das Männchen hat zusätzlich einen scharlachroten Genickfleck, den man beim Weibchen nicht findet.

Ruf und Gesang
Gut erkennbar an seinem Klopfen. Er „trommelt“ mit seinem Schnabel 10 bis 16 Mal in nur zwei Sekunden! Damit will er ein Weibchen anlocken oder sein Revier verteidigen. Der Vogel gibt jedoch auch lachend anmutende Laute von sich, etwa „tjack-tjack-tjack-tjack-tjack“. Der Lockruf ist ein kurzes „Kick“ oder „Kix“. In aggressiven Situationen kann man auch „kick-kick-kick-kreck-kreck-kreck“ hören.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Findet manchmal seinen Weg zum Vogelfuttertisch, insbesondere, wenn er dort Erdnüsse vorfindet. Holt sich gern unter der Borke lebende Insekten. Ernährt sich auch von Larven, Beeren, Koniferensamen und Nüssen.

Nest und Nistkasten
Der Buntspecht ist ein Höhlenbrüter. Sowohl Männchen als auch Weibchen hacken mit ihrem harten Schnabel ein Loch in morsche alte oder weiche Bäume. Die Bruthöhle befindet sich im Allgemeinen in einer Höhe von drei bis fünf Metern über der Erde.


Dohle

(Corvus monedula)

Länge: 37 cm
Hauptbrutzeit: April/Mai
Bestand in Deutschland: ca. 100 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 19 Jahre
Brutzeit und Gelege: 17 – 18 Tage; 4 – 7 Eier

Wussten Sie,
dass die Schweden die Dohle nach ihrem Ruf „Kaja“ nennen? Die Dohle ist ein charaktervoller Vogel, der sich in der Nähe von Menschen wohl fühlt. Man nennt ihn in Schweden auch „Sotarefågel“ (Schornsteinfegervogel) wegen seiner Vorliebe für Schornsteine, die aus Sicht des Vogels außerordentlich geeignete Wohnplätze zu sein scheinen. Die Dohle wählt ihren Partner in ihrem ersten Herbst; das Paar bleibt dann lebenslang zusammen. Die Vögel sitzen oft dicht aneinander geschmiegt, als wären sie frisch verliebt. Wenn sich die Nacht nähert, versammeln sich die Dohlen mit ihren Verwandten, den Saatkrähen, in großen lautstarken Scharen um Kirchtürme oder hohe Bäume. Kurz vor der Dunkelheit macht sich, wie auf Signal, die ganze Schar aus vielen hundert Vögeln auf den Weg zu ihren Übernachtungsplätzen.

Aussehen
Weibchen und Männchen unterscheiden sich nicht. Das Gefieder ist zum größten Teil dunkelgrau bis schwarz. Der Nacken und die Wangen sind auffällig silbergrau. Der Jungvogel hat eine braune Iris, beim erwachsenen Vogel ist sie hellblau.

Ähnlicher Vogel
Die Dohle unterscheidet sich von der größeren und vollständig schwarze gefärbten Saatkrähe durch den grauen Nacken und die weiße Iris.

Ruf und Gesang
Klangvolle, scharfe Gesänge mit Lauten wie „kja“ oder „schack“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Mitunter erscheinen sie als Gast am Futtertisch. Die Dohle hat ein breites Nahrungsspektrum und frisst Insekten und andere wirbellose  Tieren, Samen, Fallobst, Beeren, Getreide, Eier, Jungvögel, Schnecken und auch Abfall.

Nest und Nistkasten
Die Dohlen nisten gern in großen Kolonien. Sie wohnen in hohlen Bäumen oder Nistkästen, aber auch in Hohlräumen, die sie an Gebäuden oder Schornsteinen finden.


Dorngrasmücke

(Sylvia communis)

Länge: 13 – 15 cm
Hauptbrutzeit: Mai bis Juli
Maximales Lebensalter: 7 Jahre
Brutzeit und Gelege: 11 – 13 Tage; 4 – 5 Eier; eine zweite Brut ist möglich

Wussten Sie,
dass der Name, der im Jahre 1871 zum ersten Male erwähnt wurde, darauf hinweist, dass sich diese Vogelart oft in Dornenbüschen aufhält?

Die Dorngrasmücke überwintert in Afrika südlich der Sahara und ernährt sich hauptsächlich von Beeren. Zurück im Norden baut das Männchen mehrere Nester, von denen sich das Weibchen eines auswählt, das es dann zu Ende baut.

Das Typischste am Männchen ist sein Fluchtlied. Dabei steigt es waagerecht einige Meter in die Höhe, oft mit aufgestellten Kopffedern und ausgebreitetem Schwanz, um anschließend in einem Bogen wieder auf das Weibchen zuzuschießen, manchmal so heftig, dass das Weibchen mit ausgebreiteten Flügeln und Schwanz auf das Männchen zuhüpft, als hätte es eine Attacke abzuwehren.

Aussehen
Ein Sänger mit langem Schwanz und rostbraunen Flügeln. Der Schwanz ist graubraun mit weiβen Außenkanten an den äußeren Schwanzfedern.

Ähnlicher Vogel
Klappergrasmücke. Die Klappergrasmücke hat jedoch einen verhältnismäßig kurzen Schwanz und dunkle Beine. Männliche und weibliche Klappergrasmücken haben im Gegensatz zur Dorngrasmücke die gleiche Färbung.

Ruf und Gesang
Der Gesang klingt kurz und heiser: „Tjitiri, tjitiri, tjütereti“. Manchmal ähnelt er auch dem geschwätzigen Gesang der Gartengrasmücke. Der etwas heisere Lockruf klingt wie „wähd wähd wähd“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Hauptsächlich Spinnen, Insekten und im Spätsommer Beeren.

Nest und Nistkasten
Das Nest ist meistens tief in einem Busch oder im dichten Gestrüpp versteckt.


Elster

(Pica pica)

Länge: 46 cm
Hauptbrutzeit: April/Mai
Bestand in Deutschland: ca. 300 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 16 Jahre
Brutzeit und Gelege: 18 – 19 Tage; 5 – 9 Eier; häufig zwei Bruten

Wussten Sie,
dass ein Elsternpaar ein Leben lang zusammenbleibt? Schon im Winter beginnt das Paar, Material für das neue Nest zu sammeln – es sammelt Zweige von der Erde, bricht sie aber auch von Bäumen. Elstern benutzen gern ein altes Nest als Unterbau, allerdings wird die Nistmulde jedes Jahr erneuert.

Aussehen
Man erkennt Elstern deutlich an ihrem langen, metallisch glänzenden Schwanz; der Rumpf ist schwarz und weiß gefärbt.

Ruf und Gesang
Die Elster lässt ein raues, heiser lachendes „schack-schack-schack“ hören.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Die Elster hat ein breites Nahrungsspektrum: Insekten, Larven, Würmer, Spinnen, Schnecken, Vogeleier und kleine Wirbeltiere bis hin zur Größe einer Feldmaus, außerdem auch Aas, Früchte, Sämereien und Pilze.

Nest und Nistkasten
Das große Nest wird gewöhnlich in einem Baum gebaut. Die Nistmulde besteht aus feinem Wurzelwerk, der Unterbau aus feiner Erde und Zweigen.


Erlenzeisig

(Carduelis spinus)

Länge: 12 – 13 cm
Hauptbrutzeit: April bis Juli
Bestand in Deutschland: ca. 50 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 13 Jahre
Brutzeit und Gelege: 11 Tage; 4 – 6 Eier; oft zwei Bruten

Wussten Sie,
dass Erlenzeisige ihren Namen tragen, weil sie sich am liebsten von Erlensamen ernähren? Diese Zeisige treten gern in Scharen auf. Die Menge der vorhandenen Erlensamen hat einen Einfluss auf den Bestand der Erlenzeisigs.

Aussehen
Ein kleiner Fink mit einem kurzen, kräftigen Schnabel und kurzem, gespaltenen Schwanz. Das Männchen ist kontrastreich schwarz-gelb-grün gefärbt, das Weibchen etwas unscheinbarer graugrün.

Ruf und Gesang
Der Ruf ist ein klares „dlüi“ oder „dliüü“ in Kombination mit einem kurzen „kettekett“. Der Gesang des Männchens ist schnell zwitschernd und scharrend. Am Ende einer Strophe kann man ein quakendes „kwää“ hören.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Besucht gelegentlich den Futtertisch. Ihre Hauptnahrung besteht aus Samen von Nadel- und Laubbäumen, vor allem von Erle und Birke. Auch Knospen, Wachholderbeeren und gelegentlich Insekten sind Teil ihrer Nahrung.

Nest und Nistkasten
Diese Art brütet am liebsten hoch oben in Fichten und ist deshalb sehr schwer zu entdecken. Das Nest kann in einer Höhe von 25 Metern auf einem Ast liegen! Die 4 – 6 Eier sind blau-weiβ mit dunklen Flecken. Im Allgemeinen brüten sie zweimal, das erste Mal im April oder Mai. Das Weibchen kümmert sich allein 11 Tage um die Nestlinge, während das Männchen Futter herbeischafft.


Feldsperling

(Passer montanus)

Länge: 15 cm
Bestand in Deutschland: ca. 1 300 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 12 Jahre
Brutzeit und Gelege: 11 – 13 Tage; 4 – 6 Eier; zwei Bruten

Wussten Sie,
dass der Bestand der Feldsperlinge in Europa zum Teil in sehr kurzer Zeit stark zurückgegangen ist? In England z. B. ist der Bestand um 90 % gesunken, so dass dieser Vogel dort jetzt auf der Roten Liste steht. Wenn keine Saat mehr auf den Feldern zu finden ist, sind diese Vögel sehr vom Vogelfuttertisch abhängig, wenn sie einen sehr kalten Winter überleben wollen.

Aussehen
Er ist schlanker und kleiner als sein Verwandter, der Haussperling, hat ein schokoladenbraunes Haupt, einen hellen Ring um den Hals und einen schwarzen Fleck auf den Wangen. Diese farbenprächtige Tracht tragen Weibchen und Jungvögel.

Ähnlicher Vogel
Ähnlich dem Haussperling, der etwas größer ist. Scheuer als dieser und weniger an Menschen gewöhnt. Das Haussperlingmännchen hat einen grauen Scheitel und ihm fehlt der schwarze Fleck auf der Wange.

Ruf und Gesang
Harter, metallisch klingender, einsilbiger Ruf („tschilp“). Den Gesang hört man am meisten im Frühling.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Vogelfuttertisch. Den gröβten Teil der Saison ernährt er sich von Gräsersamen, Kräutern und Getreide. Im Vogelfutterhaus bedient er sich gern an Sonnenblumenkernen und Hanfsamen.

Nest und Nistkasten
Brütet gern im Nistkasten. Männchen und Weibchen bauen das Nest gemeinsam, z. B. unter Dachziegeln, in Mauerlöchern oder eben in Nistkästen.


Gartengrasmücke

(Sylvia borin)

Länge: 13 – 14 cm
Hauptbrutzeit: Mai bis Juli
Bestand in Deutschland: ca. 800.000 – 1.400.000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 14 Jahre
Brutzeit und Gelege: 11 – 12 Tage; 4 – 5 Eier; eine zweite Brut ist möglich

Wussten Sie,
dass das Gartengrasmückenmännchen Anfang Mai in das Brutrevier kommt und dort sehr schnell in den Büschen mehrere Nester, so genannte „Spielnester“ baut? Von diesen Nestern wird ein einziges zum „Brutnest“ erwählt. Letzteres wird frühmorgens, wenn das Gras vom Tau noch feucht ist, fertig gebaut, denn feuchtes Gras lässt sich leichter formen. Die Nester findet man oft in Himbeerbüschen, aber auch Wacholderbüsche werden gern genommen.

Aussehen
Ein sehr gleichmäβig gefärbter Sänger mit einer olivbraun-grauen Oberseite und einer weißbraunen Unterseite, der schwer von anderen Sängern zu unterscheiden ist. Ihr Gesang dient hauptsächlich der Identifizierung.

Ruf und Gesang
Der Ruf dieses Vogels ist eine Folge von „tschäck-tschäck-tschäck…“. Die Folge der Töne ist gackernd, nasal und schmatzend. Der Gesang der Gartengrasmücke wird als wohl lautend empfunden und oft mit einem plätschernden Bach verglichen. Er besteht aus Strophen mit schnellen, voll klingenden, rauen Tönen. Das flötende Ende, das von der Mönchsgrasmücke bekannt ist, fehlt beim Gesang der Gartengrasmücke.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, bevorzugt Schmetterlingslarven, frisst jedoch auch Spinnen und Schnecken. Nimmt im Spätsommer auch verschiedene Beeren und Früchte zu sich.

Nest und Nistkasten
Das Nest ist im unteren Bereich von Büschen, dichten Stauden und Feldgehölzen zu finden.


Gartenrotschwanz

(Phoenicurus phoenicurus)

Länge: 14 cm
Hauptbrutzeit: Ende Mai
Maximales Lebensalter: 10 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 6 – 8 Eier; oft zwei Bruten

Wussten Sie,
dass der Gartenrotschwanz morgens als allererster Vogel zu singen beginnt, vom höchstmöglichen Punkt, etwa einem Baumwipfel oder einer Antenne? Wenn der Gartenrotschwanz aus seinem Winterquartier in Afrika zurückkehrt, sind die meisten Nistkästen schon besetzt, und er muss nehmen, was übrig geblieben ist.

Aussehen
Ein schlanker Vogel, das Männchen ist kontrastreich gefärbt, mit Kehle und Wangen in Schwarz und weißer Stirn und rostroter Rumpfunterseite. Das Weibchen ist unscheinbarer, mit heller, gelbweißer Rumpfunterseite und graubraunem Rücken.

Ähnlicher Vogel
Rotkehlchen und Hänfling haben ebenfalls eine rote Brust, aber ihnen fehlt das schwarze Lätzchen und der weiße Augenstrich.

Ruf und Gesang
Ein etwas wehmütiger Gesang, der etwa lauten könnte wie „tüli – tri-tri-tri – tri-lui-dididi-tridi“. Der Vogel beginnt schon sehr früh mit seinem Gesang. Der Warnruf ist etwa ein „hüit-teck-teck“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Raupen und Insekten, die sowohl während des Flugs als auch auf dem Boden erbeutet werden.

Nest und Nistkasten
Brütet gern in Nistkästen. Normalerweise wird das Nest in Baumlöchern oder auf dem Boden gebaut.


Gimpel

(Pyrrhula pyrrhula)

Länge: 17 cm
Hauptbrutzeit: Brütet von April bis August
Bestand in Deutschland: ca. 280 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 17 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 4 – 6 Eier; in der Regel 2 – 3 Bruten

Wussten Sie,
dass das Männchen während der Paarungszeit dem Weibchen den Hof mit einem komplizierten Tanz macht, währenddessen er ihr seinen Schwanz zudreht? Nach dem Volksglauben in Småland (Schweden) ist die Ankunft des Dompfaffs in den Wohngebieten im Spätherbst und das mit der Ankunft verbundene Fressen der Knospen ein sicheres Zeichen dafür, dass es innerhalb von drei Tagen Schnee geben wird.

Aussehen
Ein Fink mit gedrungener Gestalt, kurzem Hals und dünnen Füßen. Kennzeichnend sind sein dicker, schwarzer Kegelschnabel, die schwarze Kopfplatte und das ebenfalls schwarze Kinn. Das Männchen hat einen blaugrauen Rücken, Unterschwanz und Bürzel sind weiß, Wangen, Brust, Flanken und Oberbauch leuchtend rosenrot. Das Weibchen hat einen bräunlichgrauen Rücken. Brust, Flanken und Unterseite haben eine helle graubraune Färbung.

Ruf und Gesang
Der weich ausgedrückte Lockruf klingt wie „djü“. Dieser Ruf ist hauptsächlich außerhalb der Brutzeit im Flug zu hören.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Futtertisch. Der Gimpel ernährt sich von Samen, Beeren und Knospen. Gelegentlich frisst er auch Beeren und Insekten.

Nest und Nistkasten
Das Weibchen baut ein ringförmiges Nest aus Fichtenreisern, Zweigen und Wurzeln, das sie meistens in ca. zwei Meter Höhe in einer dichten Fichte oder einem Wachholderbusch unterbringt.


Goldammer

(Emberiza citrinella)

Länge: 16 – 17 cm
Hauptbrutzeit: ab Mitte April
Bestand in Deutschland: ca. 2 000 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 12 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 3 – 5 Eier; zwei Bruten

Wussten Sie,
dass heftige Schneefälle oft ein Zeichen dafür sind, dass die Goldammer bald am Futtertisch erscheinen wird? Die Goldammer wird im Volksmund auch Ammeritz, Emmerling, Gelbling, Gilberitz oder Hämmerling genannt.

Aussehen
Während der Brutzeit tragen die Männchen ihr so genanntes Prachtkleid: leuchtend gelber Kopf mit wenigen bräunlichen Streifen, gelbe Unterseite mit rötlicher Brust und bräunlich-grauen Flügeldecken. Außerhalb der Brutzeit tragen die Männchen ihr sogenanntes Schlichtkleid und ähneln damit den Weibchen, die unscheinbarer graugrün gefärbt sind als die Männchen. An Kehle und Unterseite haben sie jedoch auch gelbe Tendenzen. Er zuckt oft etwas linkisch mit dem Schwanz, der nach unten hängt, und vermittelt den Eindruck eines eher langen Vogels, wenn er auf einem Zweig sitzt.

Ähnlicher Vogel
Grünfink-Männchen. Dessen Kopf weist jedoch keine gelbe Färbung auf.

Ruf und Gesang
Der Ruf ist ein kurzes unreines „tsick“ oder „tsfü“. Der Gesang ist sehr charakteristisch und klingt etwas metallisch, etwa wie „ti-ti-ti-ti-ti-ti-üüüüüüh“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Futtertisch. Lebt von Insekten und Samen und ist einer der wenigen Vögel, die Hafer fressen.

Nest und Nistkasten
Die Goldammer baut ihr napfförmiges Nest, das aus Gras und anderem Material besteht, direkt auf den Boden oder in Bodennähe.


Grauschnäpper

(Muscicapa striata)

Länge: 14 cm
Hauptbrutzeit: Anfang Juni
Maximales Lebensalter: 11 Jahre
Brutzeit und Gelege: Brütungszeit zwei Wochen, 4-6 Eier, mitunter zwei Würfe

Wussten Sie,
Der Grauschnäpper schätzt es sehr, wenn es im Garten ein Vogelbad gibt. Er besucht das Bad fleiβig nicht nur um zu trinken,  sondern auch um sich ein richtiges Bad zu nehmen.

Aussehen
Etwas gröβer als die übrigen Fliegenfänger mit verhältnismäβig längeren Flügeln. Die Oberseite ist gleichmäβig graubraun auβer des lang gestreckten Scheitels.

Ähnlicher Vogel
Grau gesprenkelt aber ohne weiβ auf den Flügeln.

Ruf und Gesang
Der Lockruf ist fein und dünn tsrii. Den Gesang hört man selten.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ausschlieβlich Insekten, die hauptsächlich in der Luft gefangen werden.

Nest und Nistkasten
Baut sein Nest im Nistkasten. Das Nest wird auf einem Absatz mit freier Aussicht gebaut. Bewohnt auch besondere Nistkästen, welche in Bäumen oder auf Gebäuden angebracht werden können.


Grünling

(Carduelis chloris)

Länge: 14 – 16 cm
Hauptbrutzeit: April bis Juni
Bestand in Deutschland: ca. 1 700 000 – 2 600 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 13 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 4 – 6 Eier; häufig zwei Bruten

Wussten Sie,
dass der Grünling häufig in Städten zu finden ist? Der größte Teil der Grünlinge sind Standvögel. Man kann ihn an Frühlingstagen in den frühen Morgenstunden rufen hören.

Aussehen
Ein kräftig gebauter Fink mit gebogenem, kräftigem Schnabel. Das Männchen hat eine gelbgrüne Körperunterseite und eine graugrüne Oberseite. Der Bürzel ist heller grün. Wangen, Hals, Nacken und große Flügeldecken sind grau. Das Weibchen ist deutlich matter gefärbt.

Ähnlicher Vogel
Der Grünling ist größer und gleichmäßiger graugrün gefärbt als der Erlenzeisig.

Ruf und Gesang
Der Ruf ist ein kurzes, kräftiges „jüpp“, das in schnellen Serien wiederholt wird. Er kann auch nach „ju-it“ klingen. Der Gesang ähnelt dem eines Kanarienvogels, trillernd, pfeifend und schnell zwitschernd.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Futtertisch. Die Altvögel fressen meistens Samen, während die Jungvögel mit Insekten und aufgeweichten Samen ernährt werden. Der Grünling liebt es, wenn es am Futtertisch fette Samen gibt wie Sonnenblumenkerne, Hanfsamen und Erdnüsse.

Nest und Nistkasten
Der Grünling baut sein Nest in dichtes Gebüsch oder Hecken. Das Nest wird aus Moos, Flechten und kleinen Zweigen gebaut und wird in der Regel mit Pferdehaaren ausgepolstert.


Grünspecht

(Picus viridis)

Länge: 31 – 33 cm
Hauptbrutzeit: Mai
Bestand in Deutschland: 
ca. 30 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 15 Jahre
Brutzeit und Gelege: 15 – 17 Tage; 5 –  Eier

Wussten Sie,
dass der Grünspecht auch Grasspecht oder Erdspecht genannt wird? Wenn Regen im Anzug ist, hat er die Eigenart, besonders fleißig zu rufen.

Aussehen
Ein Specht mit dunkelgrünem Rücken und blasser, hell- bis graugrüner Unterseite. Schwarze Gesichtsmaske an den Kopfseiten. Oberkopf und Nacken sind rot. Das Männchen hat einen roten Wangenfleck, der Wangenfleck des Weibchens ist einheitlich schwarz.

Ruf und Gesang
Der Reviergesang klingt wie ein guttural lachendes „klü-klü-klü-klü-klü-klü-klü“, das gegen Ende in der Tonhöhe abfällt. Beim Landen kann man oft ein scharfes „kjäck“ hören. Der Grünspecht trommelt viel seltener als die meisten anderen heimischen Spechte.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Seltener Gast am Futtertisch. Ernährt sich von Insekten, hauptsächlich von Ameisen. Im Winter, wenn die Ameisenhaufen schneebedeckt sind, gräbt der Grünspecht Tunnel in den Schnee und holt sich mit seiner sehr langen Zunge die Ameisen heraus. Der Grünspecht frisst auch Holz bohrende Insekten sowie Beeren. Er wählt sein Revier in Abhängigkeit von der dort vorhandenen Nahrung.

Nest und Nistkasten
Der Grünspecht benutzt oft „gebrauchte“ Nisthöhlen, die andere Spechte verlassen haben. Bei der Auswahl der Baumart sind sie wenig wählerisch.


Haubenmeise

(Lophophanes cristatus)

Länge: 11 – 12 cm
Hauptbrutzeit: März bis Juni
Bestand in Deutschland: ca. 390 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 9 Jahre
Brutzeit und Gelege: 13 – 16 Tage; 4 – 8 Eier

Wussten Sie,
dass die nur in Europa vorkommende Haubenmeise zu den Vögeln gehört, die bei uns überwintern und nicht in den warmen Süden fliegen? Sie beteiligen sich am so genannten Meisenzug und ziehen durch Wälder und bewohnte Gebiete.

Aussehen
Der einzige Vogel unter den Meisen mit einem deutlichen „Federschmuck“ (Federhaube) auf dem Kopf. Die Federhaube ist wellenförmig schwarz-weiß gemustert ist. Die Kopf- und Halsseiten sind weiβ mit markanten schwarzen Bändern. Die Augen sind rubinrot. Die Oberseite ist grau-braun, die Unterseite grau-weiβ.

Ruf und Gesang
Der Ruf der Haubenmeise ist ein unverkennbares, rollendes Trillern, das wie „zigürr“ oder auch „gürr“ klingt. Der Gesang ist eine Abwandlung des Rufes und beginnt mit einem feinen „sisisi“ gefolgt von einem lang gezogenen Zwitschern.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ein sehr seltener Gast am Vogelfuttertisch. Im Sommer frisst die Haubenmeise hauptsächlich Insekten und Spinnen, im Herbst und Winter auch Nadelbaumsamen.

Nest und Nistkasten
Die Haubenmeise brütet gelegentlich in künstlichen Nisthilfen und baut schon ab März/April ihr Nest. Das Weibchen hackt ein Loch in einen morschen Baum oder Baumstumpf, etwa einen bis zwei Meter über der Erde. Manchmal zieht die Schwanzmeise auch in alte Spechthöhlen ein. Als Nistmaterial werden z. B. Moos, Tierwolle und Spinnweben verwendet.


Haussperling

(Passer domesticus)

Länge: 16 cm
Hauptbrutzeit: Ende April bis August
Bestand in Deutschland: ca. 8 000 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 19 Jahre
Brutzeit und Gelege: knapp 14 Tage; 4 – 6 Eier; in der Regel 2 – 3, manchmal sogar 4 Bruten

Wussten Sie,
dass der Spatz sich schon vor über 10.000 Jahren den Menschen angeschlossen hat? Sein Bestand ist z. B. in Schweden stark zurück gegangen, wahrscheinlich aufgrund der  modernen Landwirtschaft. Diese sozialen Vögel brauchen eine bestimmte Anzahl von Verwandten in ihrer Nähe, um zum Brüten angeregt zu werden. Gibt es nicht genügend Sperlinge innerhalb eines bestimmten Gebietes, ist die Anzahl zum Brüten nicht ausreichend. Der Sperling wurde in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen.

Aussehen
Kräftiger und etwas gedrungener Singvogel. Großer Kopf, kräftiger konischer Schnabel, bleigrauer Scheitel, hellgraue bis weißliche Wangen ohne schwarzen Wangenfleck, brauner Rücken mit schwarzen Längsstreifen. Aschgrauer Bauch. Männchen und Weibchen unterscheiden sich sehr in ihrer Färbung. Das Männchen ist deutlich kontrastreicher gezeichnet als das Weibchen. Weibchen und Jungvögel ähneln sich mit ihrer brauneren Färbung.

Ähnlicher Vogel
Feldersperling. Mit diesem ist der Haussperling leicht zu verwechseln. Der Feldsperling hat jedoch einen ganz braunen Scheitel und einen schwarzen Punkt auf der weiβlichen Wange. Er ist auch kleiner als der Haussperling.

Ruf und Gesang
Der Gesang, der nur vom Männchen vorgetragen wird, ist ein eintöniges, relativ lautes Tschilpen („tschirp“ oder „schielp“), das in variierenden Tonhöhen vorgetragen wird. Diesen rhythmischen Gesang kann man das ganze Jahr hindurch hören.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Futtertisch. Ernährt sich von Samen und Getreide (Weizen, Hafer Gerste) und Insekten. In Städten haben sich Spatzen zu Allesfressern entwickelt.

Nest und Nistkasten
Benutzt gern einen Nistkasten. Der Sperling geht eine Ehe ein, die ein Leben lang dauert, brütet jedoch in großen Kolonien. Er ist ein Standvogel. Hat sich ein Paar in einem bestimmten Gebiet niedergelassen, so bleibt es in der Regel für den Rest ihres Lebens dort. Der Sperling baut lose, unordentliche Kugelnester mit seitlichem Eingang aus Stroh, Wolle, Papier. Ausgekleidet wird die Nestmulde mit feinen Halmen und Federn.


Heckenbraunelle

(Prunella modularis)

Länge: 15 cm
Hauptbrutzeit: April und Juni
Bestand in Deutschland: ca. 1 800 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 11 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 3 – 6 Eier; zwei Bruten

Wussten Sie,
dass ein Heckenbraunellenweibchen mitunter mehrere Männchen zum Partner hat? Deshalb pickt ein ausgewähltes Männchen dem Weibchen vor der Paarung mehrmals auf das Hinterteil; das löst bei ihr einen Reflex aus, mit dem sie die Spermien eines früheren Rivalen ausstößt. Auf diese Art stellt das Männchen sicher, dass er der Vater des Geleges ist.

Aussehen
Das Weibchen und das Männchen haben das gleiche Aussehen. Brust und Kopf sind blaugrau, der Rücken ist tief dunkelbraun mit schwarzen Strichen. Der dunkle, dünne Schnabel ist charakteristisch für den Heckenbraunelle.

Ähnlicher Vogel
Die Heckenbraunelle ist braun gesprenkelt, ähnlich wie ein Haussperling, dessen Schnabel aber dicker ist und dessen Hals bleigrau gefärbt ist.

Ruf und Gesang
Der Gesang ist kurz und klar, im Gegensatz zum Gesang des Rotkehlchens. Der Flugruf ist ein metallisches „Dididihideh“, ein wenig wie ein quietschendes Wagenrad klingend.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Seltener Gast am Futtertisch. Während des Winters frisst die Heckenbraunelle feine Samen, im Sommer besteht ihr Futter aus kleinen Käfern, Raupen, Larven, Puppen und Spinnen.

Nest und Nistkasten
Das Weibchen baut das Nest niedrig über dem Boden in dichtem Gestrüpp verborgen. Das Nest besteht aus einem Napf aus Halmen, der mit Moos, Haaren und Federn ausgepolstert wird.


Kernbeißer

(Coccothraustes coccothraustes)

Länge: 18 cm
Hauptbrutzeit: Mai
Maximales Lebensalter: 10 Jahre
Brutzeit und Gelege: 12 – 13 Tage; 5 Eier

Wussten Sie,
dass der Kernbeißer ist der gröβte in Europa heimisch Fink ist und einen so kräfigen Schnabel hat, dass er damit Kirschkerne knacken kann? Er ist im Allgemeinen sehr scheu und hält sich meist in den Baumkronen auf.

Aussehen
Der Kernbeißer ist ein sehr kräftig gebauter Fink und vor allem an seinem großen kegelförmigen Schnabel zu erkennen. Der Kopf des Männchens ist hellbraun bis zimtfarben, die Unterseite ist rötlich braun, der Rücken ist dunkelbraun. Der Nacken ist grau. Unter dem Schnabel trägt er ein kleines schwarzes Lätzchen.

Ähnlicher Vogel
Von der Farbgebung her ähnelt der Kernbeißer dem Seidenschwanz, der jedoch eine Federhaube trägt und einen kleineren Schnabel hat.

Ruf und Gesang
Der Gesang des Kernbeißers, den man auch „Schwätzen“ nennt, beginnt mit scharfen „zick-zick-zick“s. Weitergesungen wird mit einem Laut, der wie „zie-öh“ klingt, melodisch und beinahe wehmütig.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Gelegentlicher Besucher am Vogelfuttertisch. Im Winter wagt er sich manchmal sogar bis zu unseren Esstischen vor. Ernährt sich vor allem von Laubbaumsamen und Früchten, aber auch von Insekten, Spinnen und Regenwürmern.

Nest und Nistkasten
Obwohl das Weibchen den Großteil des Nestbaus übernimmt, trägt das Männchen, zumindest am Anfang, auch seinen Teil bei. Das Nest ist groβ und wird in eine Astgabel gebaut, wobei Laubbäume bevorzugt werden. Der Unterbau des schalenförmigen Nests besteht aus kleinen Ästen, die die Kernbeißer selbst abbrechen.


Klappergrasmücke

(Sylvia curruca)

Länge: 11,5 – 13,5 cm
Hauptbrutzeit: Mai bis Juni
Maximales Lebensalter: 11 Jahre
Brutzeit und Gelege: 11 – 14 Tage; 3 – 5 Eier

Wussten Sie,
dass die Klappergrasmücke ein sehr diskreter Vogel ist? Sie wählt nämlich ihre Brutstätten danach aus, wie geschützt sie sind. Sie lebt auf Friedhöfen, in Parks und offenen Waldgebieten, aber auch in Gärten, wenn es dort genügend Büsche oder Bäume gibt.

Aussehen
Kleiner Singvogel mit typischer graubrauner Kopfoberseite, der Scheitel und der Schwanz sind grauer, die Unterseite ist weiß gefärbt. Die Kehle ist weiß, die Flanken sind leicht hellbraun und die Beine dunkel. Ein sicheres Bestimmungsmerkmal sind die grauen, abgegrenzten Ohrdecken. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt.

Ruf und Gesang
Die Klappergrasmücke ist an ihrem charakteristischen Klappergesang (”telltelltell…), vor dem ein leises, schnelles Schwätzen zu hören ist, gut zu erkennen. Der Lockruf ist ein kurzes „tscheck“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Hauptsächlich Spinnen und Insekten, im Spätsommer Beeren.

Nest und Nistkasten
Das Nest ist oft in dichtem Gestrüpp verborgen. Es besteht aus Gräsern, Wurzeln, Haaren und Halmen.


Kleiber

(Sitta europaea)

Länge: 12 – 15 cm
Hauptbrutzeit: Mitte April
Bestand in Deutschland: ca. 400 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 13 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 6 – 8 Eier

Wussten Sie,
dass der Name Kleiber mit dem Wort „kleben“ verwandt ist? Im Mittelhochdeutschen bezeichnet „Kleiber“ einen Handwerker, der Lehmwände erstellt. Der Vogel macht sein Einflugloch mit Lehm passend. Dieser Vogel besitzt die einzigartige Fähigkeit, einen Baumstamm sowohl hinauf als auch (kopfüber) hinunter zu klettern.

Aussehen
Kräftig gebauter Vogel mit verhältnismäßig großem Kopf und kurzem Schwanz. Sein Schnabel ist lang, spitz und grau. Die Oberseite ist blaugrau und die Unterseite im Kontrast dazu auffallend ockerfarben oder rostrot. Auffällig ist auch sein schwarzer Augenstreifen.

Ruf und Gesang
Der Kleiber ist sehr ruffreudig und auch laut. Sein Kontaktruf klingt etwa wie „zit“. Sein Warnruf ist kräftig und laut und klingt wie „twett“. Seinen Gesang vernimmt man vornehmlich im Frühjahr, z. B. „wiwiwiwiwiwiwi“ oder „wiüü-wiüü-wiüü“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Häufiger Gast am Futtertisch. Frisst Insekten, -ier und -larven, ab Herbst auch Samen, Beeren und Nüsse.

Nest und Nistkasten
Das Weibchen baut ihr Nest allein. Sie legt ihre Bruthöhle, die auch ein Nistkasten sein kann, mit Rindenstückchen, Haaren, Federn und Gras aus. Während des Brütens wird sie vom Männchen gefüttert. Kleiber, auch die Jungvögel, haben eine starke Bindung an ihr Revier. Soweit bekannt ist, verlassen die Altvögel ihr Revier nicht. Auch die Jungvögel halten sich in nicht allzu weiter Entfernung ihrer Heimat auf.


Kleinspecht

(Picoides minor)

Länge: 14 – 15 cm
Hauptbrutzeit: April bis Mai
Bestand in Deutschland: ca 20 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 9 Jahre
Brutzeit und Gelege: 18 – 20 Tage; 4 – 6 Eier

Wussten Sie,
dass der Kleinspecht Europas kleinster Vertreter aus der Familie der Spechte ist? Er hält sich hauptsächlich in den Baumkronen auf und ist sehr scheu.

Aussehen
Der Kleinste unter den Buntspechten, nur wenig größer als ein Kleiber. Er hat einen kurzen, spitzen Schnabel. Schwarz-weiß kontrastierendes Gefieder, helle Unterseite. Keine Rotzeichnung in der Steißgegend. Die Männchen haben eine ziegelrote, schwarz umrandete Kappe. Der schwarze Wangenstreifen ist nicht mit dem schwarzen Nackenband verbunden.

Ruf und Gesang
Schnelle „ki-ki-ki-ki-ki-ki“-Serien, die plötzlich beginnen und ebenso schnell wieder verklingen. Der „Kick“-Laut (man spricht von Kixen) ist heller und leiser als bei anderen Buntspechten. Trommeln mit längeren und kürzeren Wirbeln mit nur wenigen Sekunden Pause.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ein seltener Gast am Futtertisch. Dort verzehrt der Kleinspecht aber gern Sonnenblumensamen und Meisenknödel. Ernährt sich fast ausschließlich von Insekten.

Nest und Nistkasten
Männchen und Weibchen zimmern ihre Höhlen gemeinsam in morsche Bäume, sehr oft auch in abgestorbene, häufig recht dünne Seitenäste.


Kohlmeise

(Parus major)

Länge: ca. 14 cm
Hauptbrutzeit: März bis Juni
Bestand in Deutschland: ca. 5 000 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 15 Jahre
Brutzeit und Gelege: 14 Tage; 7 – 12 Eier; zwei Bruten

Wussten Sie,
dass sich die Kohlmeise zähmen lässt, so dass sie einem aus der Hand frisst? Wenn Sie einmal handzahm ist und sich daran gewöhnt hat, regelmäßig Futter von Ihnen zu bekommen, kommt sie auch, wenn man sie mit einem Pfiff herbeiruft!

Es gibt Erzählungen, die besagen, dass Kohlmeisen relativ komplexe Probleme zu lösen wussten. Man hat z. B. Nüsse an dünnen Fäden aufgehängt, und andere Vögel versuchten, sich die Nüsse im Flug zu holen, scheiterten jedoch. Einige Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen begegneten dem Problem weit „wissenschaftlicher“: Sie setzten sich auf den Ast mit den „Nussfäden“, nahmen ein Stück Faden in den Schnabel, zogen es ein Stück hoch, traten dann mit den Füβen auf den Faden und hielten ihn fest, so dass sie mit dem Schnabel ein weiteres Stück Faden zu fassen bekamen. Indem sie also wechselweise Schnabel und Füße benutzten, konnten sie die Nuss nach und nach hochziehen. Ein norwegischer Ornithologe geht davon aus, dass dieser Handlung mehr als nur Instinkt zu Grunde liegt.

Aussehen
Die Kohlmeise ist die die größte Meise in Europa und am weitesten verbreitet. Sie hat einen schwarzen Kopf, weiβe Wangenflecken und ein schwarzes Band, das über Brust und Bauch der gelben Unterseite entlang läuft. Das schwarze Band ist beim Männchen breiter als beim Weibchen, vor allem am Bauch. Der Rücken ist olivgrün, während Schwanz und Flügel bläulich sind. Der Schnabel ist kurz und kräftigt.

Ruf und Gesang
Die Kohlmeise verfügt über ein umfangreiches Repertoire an Lauten mit individuellen Varianten. Oft hört man ein wiederholtes „ti-ta-ti-ta“.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Hält sich gern am Vogelfuttertisch auf. Frisst Insekten, Samen, Nüsse, Talg und Brot.

Nest und Nistkasten
Baut gern in Nistkästen, Baumhöhlen oder vergleichbaren Hohlräumen. Man findet ihr Nest in drei bis fünf Metern Höhe.


Mauersegler

(Apus apus)

Länge: ca. 17 cm
Hauptbrutzeit: Juni
Bestand in Deutschland: ca. 360 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 21 Jahre
Brutzeit und Gelege: 19 Tage; 2 – 3 Eier

Wussten Sie,
dass der Mauersegler keine Schwalbe ist, sondern zur Familie der Segler gehört? Mauersegler können fliegend übernachten. Sie nutzen dazu die Aufwinde über den wärmeren Luftschichten und schlagen gelegentlich mit den Flügeln, um nicht an Höhe zu verlieren. Man vermutet, dass sie in einer Art Halbschlaf schlummern.

Aussehen
Schwalbenähnlicher Vogel mit schmalen, sichelförmigen Flügeln und kurzem, gegabeltem Schwanz. Bräunlich-schwarzes Gefieder, graue Kehle, kleiner, schwarzer Schnabel, groβer Rachen, kurze Füße mit vier Zehen, die nach vorn gerichtet sind. Der Mauersegler unterscheidet sich von den europäischen Schwalben durch seine Größe. Er ist etwas größer.

Ruf und Gesang
Ein hohes, sehr lautes und wiederholtes „srieh-srieh“ ist der auffallendste Ruf des Mauerseglers.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Ernährt sich ausschlieβlich von Insekten und Spinnen, die im Flug gefangen werden. Aber auch Blattläuse und Käfer sind auf dem Speisezettel zu finden.

Nest und Nistkasten
Nisten gern im Nistkasten, wenn dieser die geeignete Größe hat. Erst im Alter von vier Jahren fangen sie an Nester zu bauen. Bevorzugt werden dabei Hohlräume, z. B. unter Dachziegeln. Da unter modernen Dachziegeln oft nicht genug Platz ist, ist es sinnvoll, geeignete Nistkästen zu bauen, um den Bestand dieser Art zu erhalten. Das Nistmaterial, wie z. B. Federn, Haare, Halme, Blätter, Papierfetzen, wird im Flug gesammelt.


Mehlschwalbe

(Delichon urbicum)

Länge: 13 – 14 cm
Hauptbrutzeit: Mitte Mai bis September
Bestand in Deutschland: ca. 900 000 Brutpaare
Maximales Lebensalter: 14 Jahre
Brutzeit und Gelege: 15 Tage; 3 – 6 Eier; oft zwei Bruten

Wussten Sie,
dass die Mehlschwalbe oft in großen Kolonien brütet? Sie übernachtet nicht im Schilf, wie es die Rauchschwalbe häufig tut, sondern auf Gebäuden in der Nähe des Nestes. Mitunter schläft die ganze Familie zusammengedrängt im Nest.

Aussehen
Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz der Mehlschwalbe ist blau-schwarz gefärbt, die Unterseite weiß. Die kurzen Beine sind weiß gefiedert, der Schnabel ist schwarz. Die Mehlschwalbe kann man gut identifizieren,  da sie die einzige Schwalbe mit weißem Obersteiß ist.

Ähnlicher Vogel
Die Rauchschwalbe unterscheidet sich von der Mehlschwalbe durch die weiße Kehle und ihre langen Schwanzfedern.

Ruf und Gesang
Sehr ruffreudige Art. Der Alarmruf z. B. gleicht einem schrillen „tsier“ oder „tseep“. Der Gesang ist eifrig und besteht aus zusammengesetzten Serien von Lockrufen.

Nahrung und Vogelfuttertisch
Mehlschwalben ernähren sich allein von Insekten, vor allem von Fliegen, Mücken und Blattläusen und sind außerdem Zugvögel, sodass sie nie zu Gast am Futtertisch sind.

Nest und Nistkasten
Mehlschwalben sind nicht scheu. Ganz im Gegenteil: sie bauen gern ihre Nester an und sogar in Gebäuden. Die Nester sind hart, gewölbt oder oval; sie werden aus mit Speichel gemischtem Lehm gebaut.